Vor fast zwei Jahren musste Bernd Kapust aus privaten Gründen schweren Herzens seine Schafherde abgeben. Als Betriebshelfer des Landesmaschinenrings Mecklenburg-Vorpommern hat er nun die Möglichkeit, weiter mit Tieren zu arbeiten. „Flexibilität, Lernbereitschaft und Einfühlungsvermögen sind in unserem Job wichtige Eigenschaften", betont Bernd Kapust. Sein Betriebshelfer-Tagebuch mit Foto-Dokumentation helfe ihm dabei, seltene Tätigkeiten auch noch nach Jahren wieder in Erinnerung zu rufen.
„Der mit dem Schaf tanzt“
Schäfer aus Leidenschaft, Tänzer mit Begeisterung und seit 36 Jahren Fußball-Torwart, das ist Bernd Kapust, Betriebshelfer in Mecklenburg-Vorpommern. Rauhwollige pommersche Landschafe und englische Suffolks haben es ihm angetan und natürlich seine vierbeinigen Assistenten – die altdeutschen Hütehunde. Am liebsten sind ihm die Einsätze in Schäfereien. „Dafür fahre ich auch durch ganz Deutschland“, betont der 48-jährige. In der Rinderhaltung ist er ebenso zu Hause wie am Steuer von Schlepper und LKW. Noch zu DDR-Zeiten machte er eine landwirtschaftliche Ausbildung zum „Zootechniker-Mechanisator“ und den Meisterbrief mit Schwerpunkt Rinderproduktion. Für das Tanzen und seine Karriere als Fußball-Torwart bleibt Bernd Kapust nur noch wenig Zeit. Gelegentlich organisiert er ein Freundschaftsspiel gegen eine Auswahl des Landesmeisters Victoria Templin oder anderer benachbarter Vereine.
„Die Sense setzt Rost an“
Aber wie kam der Landwirtschaftsmeister auf den Hund und auf das Schaf? Es begann vor rund 10 Jahren mit vier robusten Pommerschen Landschafen. Dabei lag der Anlass ganz banal in der Natur des Menschen, sich das Leben leichter zu machen. Eine schwer zugängliche hofnahe Fläche musste regelmäßig per Hand mit einer Motorsense gemäht werden. Das sollten nun die Schafe übernehmen. Schnell wuchs die Herde auf 50 und mehr Tiere und ein paar Böcke kamen dazu. Der gebürtige Neutempliner begann mit der so genannten „Herdbuch-Zucht“, besuchte als Mitglied des Schäfervereins Uckermark und des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg zahlreiche Seminare und Tagungen und nahm mit seinen Tieren an Auktionen und Ausstellungen teil.
„Eine Furche laufen“
„Meine Hunde sind in der Lage, auch ohne Einzäunung selbständig eine Schafherde zusammenzuhalten. Sie können sogar zuverlässig eine Furche laufen und verhindern, dass die Tiere auf eine direkt angrenzende Straße laufen“, lobt Bernd Kapust seine altdeutschen Hütehunde. Die Rasse stammt wie der bekannte deutsche Schäferhund vom altdeutschen Schäferhund ab. Die „Gelbbacken“ mit vorwiegend schwarzem Fell sind robust und leicht auszubilden und zu führen. Die Hundezucht und –ausbildung gehört zu den liebsten Hobbys des Betriebshelfers. Seine Tiere bekommen eine Grundausbildung bis zum Gehorsam. In den Schäfereien werden die Hunde anschließend zu Spezialisten für Deich-, Heide- oder Wanderschäfereien weitergebildet.
Weitere Informationen beim Landesmaschinenring Mecklenburg-Vorpommern: Tel. 03843/217749



