So lassen sich die Ergebnisse einer Feldvorführung mit Vorträgen auf dem Gelände des Lohnunternehmen Blunk im Maschinenring Mittelholstein zusammenfassen.
450 Besucher nutzten die Gelegenheit, sich unter fachkundiger Anleitung von Prof. Yves Reckleben von der Fachhochschule Kiel ein Bild von den Techniken zur Maisstoppelbearbeitung zu machen. Die Veranstaltung wurde von der Fachhochschule Kiel, der KWS-Saatzucht, dem Lohnbetrieb Blunk und dem MR Mittelholstein durchgeführt.
Verrottung fördern und Übertragung unterbrechen
Unverletzte Maisstoppeln werden oft noch nach Jahren in der Krume wieder gefunden und können immer wieder „hoch gepflügt“ werden. Pilzliche Erreger und der Maiszünsler können auf solchen Stoppeln überdauern und ggf. die Folgekultur befallen. Eine fachgerecht zerkleinerte oder zerquetschte und aufgespleißte Stoppel ist bereits nach 3 bis 5 Monaten nahezu vollständig zersetzt. Das Ziel der Stoppelbearbeitung muss daher die Stoppel selbst und nicht der Boden sein. Die Larve des Maiszünslers richtet sich für die Überwinterung einen Platz in der Stengelbasis der Maispflanze ein. Die Stoppelbearbeitung insbesondere durch Mulchen sollte deshalb möglichst bodennah ansetzen und auch das unterste Internodium erfassen. Der Einsatz von Grubbern oder Scheibeneggen lässt die Stoppel weitgehend unverletzt und ist daher aus phytosanitärer Sicht keine geeignete Technik. Entsprechend beurteilte Prof. Reckleben die Bearbeitungsergebnisse der Kelly-Kettenscheibenegge und die Lembken Grubber-Kombination. Besonders nach Einsatz des Grubbers waren nahezu alle Nodien hart und unbeschädigt geblieben, so dass selbst die eingearbeiteten Stoppeln kaum verrotten werden.
Mulcher zeigen die beste Wirkung
Der Sichelmulcher der Fa. Schulte sowie die Schlegelmulcher von Spearhead und Dücker im Frontanbau zerkleinerten die Maisstoppeln mit dem besten Ergebnisse. Allerdings sollte die Maschinen so dicht über der Bodenoberfläche geführt werden, dass das unterste Internodium soweit beschädigt wird, dass Feuchtigkeit eindringen kann. Das eindringende Wasser aus Schnee und Regen läßt überwinternde Zünslerlarven absterben. Auf steinigen Böden arbeiten die Mulcher jedoch mit erheblichem Verschleiß. Die Flächenleistung des Schlegelmulchers mit 6 m Arbeitsbreite im Frontanbau beträgt 4 bis 6 ha/h. Bei der Vorführung konnte der horizontal rotierende Sichelmulcher nicht ganz so nah an der Bodenoberfläche geführt werden wie der Schlegelmulcher. Der Dieselverbrauch je ha war bei den Mulchern am höchsten. Die Mulcher sind aus Sicht des Grundwasserschutzes auf leichten Böden zu bevorzugen, weil eine weitgehende Bodenruhe gewährleistet ist. Jede Bodenbearbeitung im Herbst führt zur Mineralisierung von Stickstoff, der als Nitrat über Winter ausgewaschen wird.
Walzen ist kostengünstiger als Mulchen
Walzen zerkleinern die Stoppeln nicht, sondern quetschen und spleißen die Stängel auf. Lediglich die Schneidwalze von Dalbo zerschneidet die Maisstoppeln zusätzlich mit Schneidwerkzeugen im Abstand von 15 cm. Der sog. „Zünslerschreck“ von Koche/Brix zerdrückt die Stengel sehr effektiv. Praktisch alle Knoten waren weich und Wasser konnte in die Internodien eindringen. Nach Einschätzung von Professor Reckleben verrotten die so bearbeiteten Stoppelreste in weniger als einer Vegetationsperiode, obwohl die Stängelstücke in voller Länge erhalten bleiben. Der Zünslerschreck bearbeitet den Boden nur in den obersten Zentimetern, während die Schneidwalze je nach Fahrgeschwindigkeit und Füllung der Balllast-Tanks fünf und mehr Zentimeter tief bearbeitet. Für schwere Böden ist die Schneidwalze nicht geeignet. Auf dem leichten Boden der Vorführfläche war zeigte auch die dänische Maschine mit drei Walzenelementen gute Ergebnisse.
Von der sog. Güttlerwalze, die nicht vorgeführt wurde, werden ebenfalls gute phytosanitäre Wirkungen berichtet. Durch die flexible Aufhängung der Walzensegmente passt sich die angehängte Maschine sehr gut Bodenunebenheiten an.





