„In der Regel reicht allein unsere Anwesenheit und unser geschlossenes Auftreten, damit die Leute nicht über die Stränge schlagen“, betont MR-GmbH-Geschäftsführer Peter Struve. Der ehemalige Hauptwachtmeister weiß, dass man mit gesundem Menschenverstand und Lebenserfahrung die meisten prekären Situationen meistern könne. „Rambo-Typen“ seien bei Sicherheitsdiensten fehl am Platze.
Die Ordnungsämter der ländlichen Ämter und Gemeinden verlangen immer häufiger einen Sicherheitsdienst für größere Veranstaltungen. Vor allem der zunehmende Vandalismus auf Parkplätzen soll durch präventive Kontrollgänge eingedämmt werden. „Auf dem Land gibt es in Schleswig-Holstein praktisch keine Sicherheitsdienste. Das wollen wir ändern und für unsere Mitglieder und deren Angestellte einen interessanten Zuerwerb aufbauen“, begründet Peter Struve das neue Angebot. Der Maschinenring sucht zurzeit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für MR-Security.
„Wir kennen die Feste auf dem Land“
Den ersten Einsatz hatte das vierköpfige Sicherheitsteam beim Feuerwehrfest im Amt Jevenstedt mit bis zu 800 Gästen. Von 22:00 Uhr bis 4:00 Uhr sollten laut Vertrag folgende Leistungen erbracht werden: Schutz vor Vandalismus, Kontrollgänge und allgemeine Aufsicht im Festzelt und auf dem Parkplatz.
Für Nancy Behrens als einzige Frau im Team ist ihr neuer Nebenjob ein kleines Abenteuer mit Nervenkitzel besonders vor dem ersten Einsatz. Geschäftsführer Peter Struve fühlte sich an seine erste Karriere als Polizei-Vollzugsbeamter im Streifendienst vor rund 20 Jahren erinnert. „Wir wollen keine Spielverderber sein, die Leute sollen natürlich in erster Linie ihren Spaß haben. Aber wir wollen verhindern, dass aus Gästen Spielverderber für andere werden“, fasst Peter Struve die Grundeinstellung seines Teams zusammen. „Wir kennen die Feste auf dem Land aus eigener Erfahrung, wir kennen die Menschen und wissen wo die Brennpunkte sind. Das ist sicher ein Vorteil, den wir gegenüber den Sicherheitsdiensten aus den großen Städten haben“, so Struve weiter.
Entschlossenheit statt Bewaffnung
Die Tochter-GmbH des Maschinenrings verfügt über eine so genannte „Erlaubnis zur umfassenden Bewachungstätigkeit ohne Einschränkung“. Nancy Behrens, Peter Hartmann und Jan Leube mussten ihre Sachkunde durch eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer nachweisen und belegten vorab eine Schulung für Sicherheitskräfte. Das Strafgesetzbuch und das Bürgerliche Gesetzbuch sind ebenso Prüfungsgegenstand wie Fragen des praktischen Einsatzes: Wie weit darf ich gehen? Wann muss die Polizei eingeschaltet werden? Wie gehe ich korrekt mit Menschen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss um? Begriffe wie Notwehr, abwehrende Notwehr, Nötigung, Bedrohung, üble Nachrede und Beleidigung standen auf dem Lehrplan des Vorbereitungskurses.
Bei den meisten Veranstaltungen auf dem Land sei eine Bewaffnung des Sicherheitspersonals nicht notwendig, betont Peter Struve. Der Ex-Polizist schwört eher darauf, wachen Auges die Dynamik der Veranstaltung im Blick zu behalten und rechtzeitig und entschlossen durch eine klare Ansprache einzelner Personen die Situation zu beruhigen.
Bild: Das Starterteam des MR-Sicherheitsdienstes. (v.l.) Jan Leube, Peter Hartmann, Nancy Behrens, und Peter Struve. MR Security sucht weitere weibliche und männliche Kräfte für einen Nebenjob.



